Die Kosten für eine Wohnung sind neuerlich deutlich gestiegen. Der SPÖ-Bezirksvorsitzende LAbg. Bgm. Mag. Christian Samwald kritisiert die Untätigkeit der schwarz-blauen Landesregierung: „Wohnen in Niederösterreich steckt in einer tiefen Krise. Das trifft nicht nur die Mieterinnen und Mieter hart, sondern sorgt auch für steigende Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft. ÖVP und FPÖ im Land haben diese Situation durch die vorübergehende Einstellung des geförderten gemeinnützigen Wohnbaus weiter befeuert. Hier muss sofort eine Kehrtwende vollzogen werden, um den ohnehin bereits explodierten Mietpreisen nicht noch mehr zuzusetzen.“
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Für das Jahr 2025 wird in Niederösterreich ein drastischer Rückgang der fertiggestellten Wohneinheiten erwartet – auf lediglich 3.300 bis 3.700. Besonders dramatisch sei der Einbruch im geförderten Wohnbau: Von 3.050 Einheiten im Jahr 2023 auf nur mehr 660 prognostizierte im Jahr 2026.
Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf junge Menschen. Laut Statistik Austria leben 58 % der 15- bis 29-Jährigen noch bei den Eltern – allein im Bezirk Neunkirchen betrifft das etwa 7.500 junge Menschen. „Es werden also nicht annähernd genug Wohnungen gebaut, um einen Auszug aus ‚Hotel Mama‘ und damit ein eigenständiges Leben zu ermöglichen – und schon gar nicht zu leistbaren Preisen“, meint Samwald.
Die Mietpreise im Bezirk steigen kontinuierlich: In einer durchschnittlichen Mietwohnung mit einer Größe von 80,5 Quadratmetern im Bezirk Neunkirchen zahlt man derzeit 899,83 Euro monatlich inklusive Betriebskosten – ein Anstieg um 7,43 % seit 2021.
„Wohnen ist längst zur Armutsfalle geworden. Und das, obwohl die Menschen ohnehin schon unter der allgemeinen Teuerung bei Lebensmitteln, Energie oder Sprit leiden“,
so der SPÖ-Bezirksvorsitzende weiter.
Die SPÖ fordert deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket:
- Wiederaufnahme des geförderten Wohnbaus, mit dem Ziel, 7.000 leistbare Wohnungen pro Jahr zu errichten.
- Zweckwidmung der Wohnbauförderbeiträge, damit die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber tatsächlich im Wohnbau ankommen.
- Faire Rückkaufangebote der Wohnbaudarlehen für die NÖ Familien statt Verschleuderung an Banken.
„Die schwarz-blaue Landesregierung verkauft wertvolle Wohnbauförderdarlehen unter Wert an Banken – ohne die betroffenen Familien vorher zu fragen. Das ist verantwortungslos und entzieht dem Land auf lange Sicht wichtige Einnahmen“, kritisiert Samwald.
Um Mieterinnen und Mieter auch unmittelbar zu unterstützen, wurde vom SPÖ-Landtagsklub eine Wohnberatung ins Leben gerufen – finanziert durch Spenden der Abgeordneten der SPÖ NÖ. Diese bietet Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen, Mieterhöhungen oder etwa Fällen, in denen nach Hochwasser volle Mieten verlangt wurden. „Die Rückmeldungen aus Neunkirchen zeigen: Dieses Angebot trifft einen echten Nerv. Die Menschen brauchen Hilfe, nicht Bürokratie“, so die SPÖ-Bezirksspitze. Die Miet-Experten sind telefonisch unter 0664 / 88540005 oder per Mail an
wohnberatung@mietervereinigung.at erreichbar.
Samwald kritisiert auch die Prioritätensetzung der Landesregierung scharf:
„Die schwarz-blaue Koalition ist nun rund 800 Tage im Amt – und die Bilanz ist dürftig. Die Menschen spüren immer größere Leere in ihren Geldbörsen. Ich kann nur versichern: Die SPÖ bleibt verlässlicher Partner an der Seite der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Wir werden nicht müde, echte Entlastung einzufordern. Denn Wohnen ist ein Grundrecht – kein Luxus.“
Foto: SPÖ Bezirksorganisation Neunkirchen
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